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Sicheres Fahren und Einnahme von Medikamenten

Veilig Rijden en medicijngebruik -> Lees hier het artikel in het Nederlands.

Driving and medication -> Read the article in English here.


Für viele Lenker*innen stellt das Fahren unter dem Einfluss von Medikamenten eine unterschätzte Gefahr dar. Das zeigt eine europäische Befragung, in der 22% der Lenker*innen angaben, trotz Einnahmen von verkehrsbeeinträchtigenden Medikamenten, mit dem Auto gefahren zu sein (Achermann, 2016).


Medikamente können sich negativ auf die Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit auswirken. Diese Fähigkeiten sind jedoch für das Lenken eines Fahrzeuges wesentlich. Manche Medikamente, beispielsweise bestimmte Psychopharmaka, haben eine so starke Wirkung, dass auf keinem Fall mehr ein Fahrzeug gelenkt werden sollte.


Zu den fahreinschränkenden Medikamenten zählen aber wie oft vermutet nicht nur Psychopharmaka oder Schmerzmittel, sondern auch Herz- und Blutdruckmedikamente sowie teilweise nicht verschreibungspflichtige Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel. Die nachstehende Tabelle gibt einen groben Überblick über die Wirkung einzelner Medikamentengruppen.



Wie in der Tabelle zu sehen ist, können bestimmte Medikamente dazu führen, dass das Verkehrsgeschehen nicht mehr rechtzeitig wahrgenommen werden kann oder die Reaktion verspätet erfolgt. Konzentrationsschwäche, Sehstörungen oder Schwindel können sich ebenfalls negativ auf eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr auswirken. Diese Nebenwirkungen können u.a. zu Fehleinschätzungen von Gefahrensituationen führen.

Achtung, vor allem Medikamente mit langer Wirkungsdauer können die Fahrfähigkeit wesentlich beeinflussen und das Unfallrisiko erhöhen. Bei manchen Medikamenten können noch 16 Stunden nach der Einnahme eine Wirkung, die 0,5 bis 0,8 Promille Blutalkohol entspricht, nachgewiesen werden (TÜV, Rheinland, Köln).


Ist die Einnahme von mehreren Medikamenten notwendig, ist besondere Vorsicht angebracht. Denn je mehr Medikamente gleichzeitig eingenommen werden, desto höher ist auch das Unfallrisiko (Holte, 2018). Aus diesem Grund sollten mögliche Wechselwirkungen und Auswirkungen aufs Fahrverhalten mit dem Arzt abgeklärt werden.


Tipps für sicheres Autofahren bei Einnahme von Medikamenten

  • Prüfen Sie im Beipackzettel, ob das Medikament Ihr Fahrfähigkeit beeinflussen kann.

  • Falls Sie sich nicht sicher sind, können Sie dazu auch bei der Apotheke oder Ihrem Arzt Informationen erhalten.

  • Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt, ob Sie etwas tun können, um Nebenwirkungen entgegenzuwirken. Folgende Fragen können Ihnen dabei helfen:

  • Kann die Einnahmezeit des Medikaments geändert werden?

  • Ist unbedenklich möglich, die Tablette zu teilen, zu zerstampfen oder in Wasser aufzulösen?

  • Kann das Medikament trotzdem eingenommen werden, wenn man unregelmäßig isst?

  • Ist Alkohol in Kombination mit dem Medikament problematisch?

  • Beachten Sie die Wirkungsdauer des Medikaments, beispielsweise bei Schlafmitteln.

  • Bevor Sie ins Auto steigen, sollten Sie sich folgende Frage stellen: Bin ich trotz Medikamenteneinnahme so fit, um Auto fahren zu können?

Quellen:

Achermann Stürmer, Y. (2016). Driving under the influence of alcohol and drugs. ESRA thematic report no. 2. ESRA project (European Survey of Road users’ safety Attitude). Bern, Switzerland: Swiss Council for Accident Prevention, p20.

Holte, H. (2018). Seniorinnen und Senioren im Straßenverkehr. Bedarfsanalysen im Kontext von Lebenslagen, Lebensstilen und verkehrssicherheitsrelevanten Erwartungen [Bericht zum Forschungsprojekt FEF1100.4315008]. Bergisch Gladbach: Wirtschaftsverlag NW (Berichte der Bundesanstalt für Straßenwesen Reihe M: Mensch und Sicherheit. M 285).

Prüfstelle für Medikamenteneinflüsse auf Verkehrs- und Arbeitssicherheit des TÜV Rheinland, Köln (Hrsg.), (1994). Transparenz durch differenzierte Information: ein internationales Kategoriensystem zur Bewertung des Gefährdungspotentials von Medikamenten.

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